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Wie funktionieren Tagesgeld, Festgeld,

Geldmarktfonds?

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Whitelake - Expertenbeitrag23. Januar 2024

Der Anstieg der Leitzinsen seit Juli 2022 hat kurzfristigen Kapitalanlagen wieder zu mehr Interesse bei Anlegerinnen und Anlegern verholfen. Doch wie genau funktionieren die verschiedenen Anlageformen? Und was ist zu beachten?

Seit Juli 2022 bekämpft auch die Europäische Zentralbank (EZB) die Inflation durch höhere Leitzinsen. Eine Folge: Auch bei Tages- und Festgeldangeboten sind die Zinsen gestiegen, die Anlegerinnen und Anleger erhalten. Banken und Sparkassen locken vielfach wieder mit höheren Zinsen auf Einlagen. Die gestiegene Aufmerksamkeit für diese Anlageform zeigt sich zum Beispiel auch im Verhalten bei den Suchmaschinenanfragen für Online-Inhalte. Userinnen und User aus Deutschland suchten seit Beginn des Zinsanhebungszyklus der EZB verstärkt nach den Begriffen "Tagesgeld" und "Festgeld".

Google-Suche: "Tagesgeld" und "Festgeld"

Google Search Trends for Tagesgeld and Festgeld

Quellen: trends.google.com (17. Dez. 2023), EZB (Dez. 2023)

Tagesgeld oder Festgeld: Zins und Rückzahlungsversprechen

Tagesgeld oder Festgeld: Beide Anlageformen, die in der Nullzinsphase fast verschwunden waren, sind wieder da. Beide sind Bankeinlagen. Der Unterschied: Tagesgeld können Sie an jedem Bankarbeitstag abheben, Festgeld ist für eine vereinbarte Laufzeit angelegt.

Wichtig ist die Bonität der Bank. In der Vergangenheit haben Anlegerinnen und Anleger bei insolventen Banken Geld verloren. Deshalb ist es wichtig, auf die Einlagensicherung zu achten.

Seit 2015: Einlagensicherung für Bankeinlagen

Seit dem 28. Mai 2015 gilt in Deutschland das Einlagensicherungsgesetz (EinSiG). Dieses Gesetz schreibt vor, dass Bankeinlagen bis zu 100.000 Euro pro Person auch bei einer Bankinsolvenz versichert sind.

Die Entschädigung erfolgt über verschiedene Mechanismen: Bei privaten Banken über die Entschädigungseinrichtungen der Bankenverbände, bei öffentlich-rechtlichen Banken wie Sparkassen und Volksbanken über die Institutssicherung innerhalb ihrer Verbünde. Alles wird von der BaFin beaufsichtigt. Zusätzlich gibt es in der Eurozone die Einlagensicherungssysteme (DGS).

Hinweis: Banken können für Einlagen eine Kontoführung verlangen, möglicherweise mit Gebühren. Nutzerinnen und Nutzer von FondsdepotPlus können auf FestgeldPlus-Angebote mit Einlagensicherung zugreifen.

Einlagensicherung für Festgeld & Co.: Funktionsweise

Einlagensicherung deutscher Kreditinstitute.

Geldmarktfonds: Massive Zuflüsse seit Leitzinsanstieg

Geldmarktfonds haben ebenfalls an Interesse gewonnen. Laut EFAMA verzeichneten Geldmarktfonds in Europa im dritten Quartal 2022 Netto-Mittelzuflüsse von über 160 Milliarden Euro.

Netto-Mittelzuflüsse in Geldmarktfonds (in Mrd. Euro)

Netto-Mittelzuflüsse in Geldmarktfonds

Geldmarktfonds bieten bemerkenswerte Renditen – viele Fidelity-Fonds lagen 2023 bei über 3 Prozent, vergleichbar mit Festgeld – und Flexibilität ohne feste Kapitalbindung, aber keine Zukunftsgarantie.

Quellen: Statista/EFAMA (Trends in the European Investment Fund Industry in the Third Quarter of 2023, 11. Dez. 2023), EZB (Dez. 2023). Vergangene Entwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.

Tipp: Bei Whitelake sind für Anlegerinnen und Anleger mehr als 130 Geldmarktfonds verfügbar: im Fondsfinder unter dem Suchfilter "Geldmarktfonds" anzeigen lassen.

Seit 2017: Geldmarktfonds besonders streng reguliert

Geldmarktfonds sind Investmentfonds, die in kurzfristige Geldmarktinstrumente investieren. Sie waren in der Vergangenheit bei Anlegerinnen und Anlegern beliebt, weil sie eine hohe Liquidität und Stabilität boten. In der Nullzinsphase verloren sie jedoch an Attraktivität, da die Renditen sehr niedrig waren und teilweise sogar negative Werte aufwiesen.

Mit der Änderung der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2022 haben Geldmarktfonds wieder an Bedeutung gewonnen. Seit 2017 gelten in der EU jedoch strengere Regeln für Geldmarktfonds, um Anlegerinnen und Anleger besser zu schützen.

Die EU-Verordnung 2017/1131 definiert seitdem genau, was ein "Geldmarktfonds" ist und welche Anforderungen er erfüllen muss. Diese Regulierung soll sicherstellen, dass Geldmarktfonds ihren Namen auch verdienen und nicht in riskantere Anlagen investieren.

Geldmarktfonds: klare Regulierung

Geldmarktfonds: klare Regulierung

Quelle: VERORDNUNG (EU) 2017/1131 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 14. Juni 2017 über Geldmarktfonds.

Seit 2017 gelten für Geldmarktfonds in der EU strenge Regeln: Sie dürfen nur in kurzfristige Geldmarktinstrumente investieren, die eine Restlaufzeit von maximal 397 Tagen haben. Zudem müssen sie eine breite Diversifikation gewährleisten – keine einzelne Position darf mehr als 5 Prozent des Fondsvermögens ausmachen.

Die enthaltenen Wertpapiere müssen von höchster Bonität sein. Dies soll sicherstellen, dass Geldmarktfonds tatsächlich eine sichere und liquide Anlageform bleiben. Die Fonds werden als Sondervermögen geführt, was bedeutet, dass das Vermögen der Anlegerinnen und Anleger getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet wird.

Die Aufsicht über Geldmarktfonds erfolgt durch die nationalen Finanzaufsichtsbehörden wie die BaFin in Deutschland oder die CSSF in Luxemburg. Diese überwachen die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und schützen so die Interessen der Anlegerinnen und Anleger.

Varianten und ihre Bedeutung: Geldmarktfonds, Geldmarkt-ETFs, geldmarktnahe Fonds

Nicht alle Fonds, die "Geldmarkt" im Namen tragen, sind tatsächlich Geldmarktfonds im Sinne der EU-Verordnung. Es gibt auch sogenannte "geldmarktnahe Fonds", die teilweise auch in längerfristige Kredittitel (Anleihen) investieren können. Diese bieten möglicherweise höhere Renditen, unterliegen aber auch stärkeren Schwankungen.

Bei der Auswahl von Geldmarktfonds oder Geldmarkt-ETFs sollten Anlegerinnen und Anleger auch auf die Kosten achten. Die Gesamtkostenquote (TER) kann die Rendite erheblich beeinflussen. Zudem können bei ETFs Währungsrisiken auftreten, wenn der Fonds in andere Währungen investiert.

Besondere Vorsicht ist bei sogenannten "swap-basierten" ETFs geboten. Diese nutzen Tauschgeschäfte (Swaps) zur Nachbildung eines Index, was zusätzliche Risiken mit sich bringen kann. Alle erforderlichen Fondsdokumente stehen im Fondsfinder zur Verfügung, um die genaue Strategie zu prüfen.

Tipp: Alle erforderlichen Fondsdokumente stehen im Fondsfinder zur Verfügung. Prüfen Sie die genaue Strategie von Fonds oder ETFs und mögliche Währungsrisiken.

In einer kurzen Serie "Tagesgeld, Festgeld und Geldmarktfonds" geben wir Ihnen Orientierung, wie Sie die verschiedenen Anlageprodukte nutzen können.

Fußnoten:

  1. trends.google.com (17. Dez. 2023)
  2. Statista/EFAMA (Trends in the European Investment Fund Industry in the Third Quarter of 2023, 11. Dez. 2023)
  3. VERORDNUNG (EU) 2017/1131 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 14. Juni 2017 über Geldmarktfonds.

Wichtige Information:

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Stand: 01.2024

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