Erfolgreiche Anlegerinnen und Anleger treffen ihre Entscheidungen nicht nur auf Basis von Emotionen, sondern basieren auf einer durchdachten Anlagestrategie. Sie halten diszipliniert an ihre Strategie.

Geldanlagen an den Finanzmärkten sollten gut geplant und durchdacht sein. Kurzfristiges Denken und die Angst vor Verlusten können jedoch zu emotionalen Entscheidungen führen. Um erfolgreich zu investieren, ist es wichtig, häufige Anlagefehler zu verstehen und zu vermeiden.
Die Wirtschaftstheorie geht traditionell vom Konzept des "Homo oeconomicus" aus – einem rationalen Entscheidungsträger, der stets das Maximum an Nutzen anstrebt. In der Realität zeigen jedoch zahlreiche Studien, dass Menschen nicht immer rational handeln, besonders wenn es um finanzielle Entscheidungen geht.
Die Behavioral Finance, ein Zweig der Verhaltensökonomie, untersucht, wie individuelle Motivationen, Wahrnehmungen und kognitive Verzerrungen Anlageentscheidungen beeinflussen und zu Fehlern führen können. Diese Erkenntnisse helfen uns zu verstehen, warum selbst erfahrene Anlegerinnen und Anleger manchmal suboptimale Entscheidungen treffen.
Selbstüberschätzung ist ein häufiger Anlagefehler, der entsteht, wenn Anlegerinnen und Anleger ihre Fähigkeiten überschätzen. Ein Beispiel: Ein Investor hat in den letzten Monaten gute Gewinne erzielt und schreibt diesen Erfolg ausschließlich seiner eigenen Kompetenz zu, obwohl der Markt insgesamt stark gestiegen ist.
Diese Überbewertung der eigenen Fähigkeiten führt zu übermäßigem Vertrauen und kann dazu führen, dass Anlegerinnen und Anleger mehr Risiken eingehen, als sie eigentlich sollten. Sie ignorieren Warnsignale und Diversifikationsprinzipien, was langfristig zu erheblichen Verlusten führen kann.
Eine starke emotionale Bindung an bestimmte Investitionen kann zu irrationalen Entscheidungen führen. Ein klassisches Beispiel ist, wenn jemand Aktien eines Unternehmens hält, weil es eine Lieblingsmarke ist, unabhängig von der tatsächlichen Performance des Unternehmens.
Diese emotionale Verbindung kann dazu führen, dass Anlegerinnen und Anleger negative Signale ignorieren, Verluste nicht realisieren wollen und zu lange an unterperformenden Assets festhalten. Rationale Entscheidungen werden durch emotionale Verbindungen überlagert.
Der Herdentrieb beschreibt das Phänomen, dass Anlegerinnen und Anleger dazu neigen, den Handlungen der Masse zu folgen, anstatt unabhängige Entscheidungen zu treffen. Dies kann zu extremen Marktbewegungen führen.
Beispiele für Herdenverhalten sind das Kaufen bei Markthöchstständen (FOMO – Fear of Missing Out) oder das panische Verkaufen während Marktabschwüngen. Anlegerinnen und Anleger folgen der Masse, ohne die zugrunde liegenden Fundamentaldaten zu analysieren.
Verlustangst, auch Loss Aversion genannt, beschreibt das Phänomen, dass der Schmerz eines Verlustes stärker empfunden wird als die Freude über einen gleichwertigen Gewinn. Diese kognitive Verzerrung kann zu suboptimalen Anlageentscheidungen führen.
Anlegerinnen und Anleger mit starker Verlustangst neigen dazu, Verluste nicht zu realisieren, in der Hoffnung, dass sich die Situation wieder bessert. Sie halten an verlustbringenden Investitionen fest, während sie Gewinne zu früh realisieren. Eine Diversifikation des Portfolios und rationale Entscheidungen können helfen, diese emotionale Reaktion zu überwinden.
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Der bekannte Börsen- und Finanzexperte André Kostolany brachte es auf den Punkt: "Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird. Ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: Indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden."
Anlegerinnen und Anleger, die oft kurzfristige Gewinne realisieren, verlieren dabei häufig ihre langfristigen Anlageziele aus den Augen. Die Konsequenz daraus: Sie erhöhen ihre Anlagerisiken beim Streben nach dem schnellen Gewinn überproportional.
Die Ungeduld hat einen weiteren Nachteil: Wer den schnellen Reichtum sucht, neigt dazu, falsche Anlageentscheidungen zu treffen oder zum falschen Zeitpunkt zu investieren. Und je mehr Wertpapiere Sie kaufen, kurz halten, wieder verkaufen, desto höher sind Ihre Transaktionskosten, was wiederum Ihre Rendite schmälert. Unter Umständen verzichten Sie auf höhere Renditen, wenn Aktien zu früh verkauft werden.
Der erste Schritt zu einem erfolgreichen Vorgehen beim Anlegen ist das Bewusstsein über die eigenen Denk- und Verhaltensmuster – und das Wissen über die verbreitetsten unbewusst entstehenden Anlagefehler.
Der beste Weg zu guten Anlageentscheidungen ist eine rationale, fundierte und langfristig ausgelegte Anlagestrategie, an die Sie sich diszipliniert halten. Schon bei der Strategieentwicklung können Sie über verschiedene Anlegerfallen stolpern. Nicht zuletzt ist der Weg zu Ihrer individuellen Anlagestrategie komplex. Gerade deshalb vertrauen viele Privatanlegerinnen und -anleger auf ausgewiesene Anlagespezialisten. Sie verfügen über das Fachwissen sowie die nötige Expertise und setzen bei ihrer Entscheidung auf bewährte Modelle, Analysen sowie Prozesse.